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"Café Deutschland“ gewinnt Senfkornpreis 2018

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Ökumenisches Projekt überzeugt Caritas-Jury mit inklusivem Angebot für langjährige und neuzugezogene Frankfurterinnen und Frankfurter.

Gewinnerinnen und Gewinner – einige der Engagierten im Projekt „Café Deutschland“ mit Caritas-Direktorin Gaby Hagmans
Gewinnerinnen und Gewinner – einige der Engagierten im Projekt „Café Deutschland“ mit Caritas-Direktorin Gaby Hagmans Quelle: Caritasverband Frankfurt e.V.

Das Projekt „Café Deutschland“ hat in diesem Jahr den Senfkornpreis gewonnen. Die Gruppe fördert Integration durch Begegnungsmöglichkeiten zwischen Geflüchteten und Menschen, die schon länger in Frankfurt leben. Der Preis für beispielhaftes soziales Engagement wird seit 1986 durch die Arbeitsgemeinschaft Caritas der Gemeinde (ArGe) und den Caritasverband verliehen. Die Würdigung ist mit 1.000 Euro verknüpft. ArGe-Sprecherin Ingrid Iwanowsky und Caritasdirektorin Gaby Hagmans überreichten die Auszeichnung im Rahmen eines Ehrenamtsfestes in der Caritas-Zentrale.

„Mit einem hohen Maß an Selbstverantwortung und Leidenschaft geben die vielen ehrenamtlich arbeitenden Café-Teams diesem besonderen Angebot ein Gesicht“, sagte Caritasdirektorin Gaby Hagmans. „Es ist immer wieder schön zu sehen, wie alle Bewerberinnen und Bewerber um den Senfkornpreis Zeichen für eine lebendige und solidarische Stadtgesellschaft setzen. Mit ihrem Einsatz verdeutlichen sie, dass freiwilliges soziales Engagement einen hohen Stellenwert in Frankfurt hat“. Sie bedankte sich stellvertretend bei allen Anwesenden und Bewerbern für den außerordentlichen Einsatz aller freiwillig Engagierten im Caritasverband, in den Kirchengemeinden und in den Stadtteilinitiativen.

„Die kontinuierlich hohen Gästezahlen geben uns Recht. Es gibt ein großes Interesse an Begegnung und Unterstützung“, stellt Heike Seidel-Hoffmann, Pfarrerin in der Diakonie Frankfurt und Projektleiterin fest. „Deshalb ist unser Ziel zukünftig an jedem Wochentag ein ‚Café Deutschland‘ anbieten zu können.“ 

Andreas Böss-Ostendorf, Referent für diakonische Pastoral der Katholischen Stadtkirche und einer der drei Projektleiter, sagt: „Begegnungen von langjährigen und neu zugezogenen Frankfurterinnen und Frankfurtern sind für alle ein Erfahrungsgewinn. Wenn kulturelle und soziale Unterschiede angesprochen werden, kann Integration gelingen. Das ist die ideale Grundlage für ein friedliches Zusammenleben in unserer Stadtgesellschaft.“ Aktuell öffnen an fünf Tagen in der Woche die sogenannten „Café deutschland“. Hier treffen sich in Räumen, die von evangelischen und katholischen Kirchengemeinden und sozialen Trägern zur Verfügung gestellt werden, in der Regel rund 15 Geflüchtete und weitere Frankfurterinnen und Frankfurter. Ein Team von vier bis sechs Ehrenamtlichen ist pro Veranstaltungstag im Einsatz. Insgesamt sind rund 50 Leute in dem ökumenischen Kooperationsprojekt aktiv. Sie organisieren die Räumlichkeiten, koordinieren, haben ein offenes Ohr für Fragen und Probleme. Bei Bedarf vermitteln sie auch den Kontakt zu unterstützenden Angeboten in der Stadt.

Außerdem tauschen sich die Engagierten regelmäßig zu Fachthemen aus, dazu zählen beispielsweise interkulturelle Kommunikation und Asylrecht. Im „Café Deutschland“ haben alle Gäste zwei Stunden lang die Möglichkeit, sich kennenzulernen und auszutauschen. Die Geflüchteten können so gleichzeitig auch ihre Sprachkenntnisse verbessern. Dabei sind Erfahrungen des einen eine nützliche Hilfestellung für den anderen. Das Preisgeld soll für die Unterstützung der Geflüchteten verwendet werden.

 


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